Workshops
Poesie lernen, Poesie lehren
Bau' deine Fähigkeiten in der Lyrikvermittlung aus und erfahre Poetische Bildung aus verschiedenen praktischen Perspektiven!
Unsere offenen Workshops laden dich dazu ein, selbst mit Sprache zu arbeiten, neue Vermittlungswege kennenzulernen und Methoden für unterschiedliche Zielgruppen auszuprobieren.
Das Workshop-Angebot ist breit gefächert:
• Saskia Warzecha, Lyrikerin und Organisatorin des bundesweiten Wettbewerbs lyrix, spricht über Lyrikvermittlung in der Sekundarstufe I und II.
• Ayon Mukherji, Dichter und Hip-Hop-Musiker, bietet einen Rap-Workshop an, in dem Poesie und Beats aufeinandertreffen.
• Sandra Niebuhr-Siebert, Professorin für Sprachpädagogik, öffnet den Blick auf inklusives und frühkindliches poetisches Lernen.
• Weitere Workshops thematisieren unter anderem das Sprechen von Gedichten, Vermittlungsansätze im Museum und kreative Methoden der Lyrikdidaktik.
Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos. Wir bitten um Anmeldung bis zum 21. Juli 2025. Anmelden kannst du dich per E-Mail an hoelderlinturm@tuebingen.de oder hier:

11.30 bis 12.30 Uhr_Hölderlinturm
Workshop I: Rap-Cypher – Identität: Zwischen Aneignung und Verlust
_Ayon Mukherji (Lyriker, HipHop-Musiker)
Workshop-Impulse / Samstag, 26.07.
11.30 bis 12.30 Uhr_Burse, Raum XI
Workshop III: Rezitationsanreize. Lyrik sprechen
_Timo Brunke (Lyriker, Lyrikvermittler, Spoken-Word-Artist)
11.30 bis 12.30 Uhr_Alte Aula
Workshop II: PoeSIE? PoeDU nach Kathrin Schadt
_Sabrina Rosalie Rösch (Literaturpädagogin, Museum Hölderlinturm)
Eine Rap-Cypher ist ein paradoxer Raum: Einerseits wird Identität durch Prahlerei und Selbstdarstellung behauptet, andererseits entsteht eine Form der Ermächtigung durch die Aneignung unterschiedlicher (globalisierter) Narrative. Doch diese neu gebildete, „im Fluss befindliche“ Identität löst sich zugleich wieder auf – im gemeinschaftlichen Erleben, im Gefühl der Communitas, das die Cypher selbst hervorbringt.
In meinen Workshops begleite ich die Teilnehmenden auf ein ähnlicher Reise – von der Entdeckung der eigenen Subjektposition und ihrer (oft politischen) Handlungsfähigkeit hin zur Auflösung dieser individualisierten Position in der Cypher: im Kollektiv, im „Folk“, das jenes Gefühl von Identität überhaupt erst hervorbringt.
Wir begeben uns auf eine Retrotour durch die eigene sprachmagische Kindheit.
Anschließend schlagen wir Brücken ins pädagogisch freie Poesie Aussprechen vor Menschen aller Altersklassen.
Poesie beginnt mit Freude.
Und mit einem einfachen Prinzip: Das Kind steht im Mittelpunkt.
Ausgehend von persönlichen Erfahrungen aus der fünftägigen Projektwoche mit Schulklassen nähern wir uns gemeinsam dem Konzept von POEDU – einer poetischen Bildungsarbeit, die Kinder als eigenständige Sprachschöpfer*innen ernst nimmt.
Workshop-Impulse / Samstag, 26.07.
16 bis 17 Uhr_Begegnungsstätte Hirsch
Workshop I: Planetenpupse. Inklusion und frühkindliche Poetische Bildung
_Sandra Niebuhr-Siebert (Humanistische Hochschule Berlin)
16 bis 17 Uhr_Rathaus
Workshop II: Werte poetischer Selbsterfahrung: Verbindung, Vertiefung, Veräußerung — eine Praxiserprobung
_Saskia Warzecha (Lyrikerin, Computerlinguistin, lyrix)
16 bis 17 Uhr_Hölderlinturm
Workshop III: Jedes Gedicht hat sein Tempo
_Daniela Danz (Lyrikerin, Lyrikvermittlerin, Hölderlin-Gesellschaft)
_Florian Mittelhammer (Leiter Museum Hölderlinturm)
Planetenpupse.
Kinderlyrik öffnet Welten. Im Spiel, im Fühlen, im Quatschmachen können Kinder ihre Sprache(n) erfahren. Das sinnliche Erkennen von Sprachmustern schafft Zugänge zur Sprachförderung, wenn kognitive Herangehensweisen an ihre Grenzen kommen.
Im Workshop wird das Potential von Kinderlyrik ausgelotet. Vielfältige Materialien bieten Möglichkeit zum Ausprobieren und Nachmachen. Ziel ist es, den eigenen Methodenkoffer zu füllen.
In dieser poetischen Selbsterfahrung schreiben wir gemeinsam ein Gedicht und widmen uns in der anschließenden Reflektion Überlegungen dazu, welchen Wert das Gedichteschreiben für den:die Verfasser:in haben kann. Verbindung, Vertiefung und Veräußerung sind hierbei nur drei mögliche Antworten, denen wir nachgehen können. Vorkenntnisse in der Lyrikproduktion sind nicht notwendig.
Wenn es zwei Merkmale gibt, die bei der Auseinandersetzung mit Lyrik mitunter die abschreckendste Wirkung entfalten, so sind es Metrum und Syntax.
Kann der Blick auf Syntax und Metrum in der Lyrikvermittlung heute überhaupt noch eine Rolle spielen? Er muss es, denn Satzbau und Versmaß sind Bewegung, Erwartung – und damit ein wesentlicher Teil dessen, was Sprache zur Kunst macht.
Wie könnten Formen und Methoden der Vermittlung von Syntax und Metrum aussehen, die Lust auf Lyrik machen?